Bikepacking – Was ist das eigentlich & Tipps…

Eigentlich ist der neue Trend mit Backpacking oder auch mit Wandern zu vergleichen. Nur mit dem entscheidenden Unterschied, das Bikepacking flexibler ist und wesentlich größere Strecken zurückgelegt werden können. Bekannt ist es auch als Radtour für Mixed-Terrain Touren. Die Fahrt findet dabei also in der Regel nicht auf gut ausgebauten Radfahrwegen statt. Ausgeschlossen ist das jedoch nicht. Feste Regeln gibt es fürs Bikepacking nicht. Der Gedanke bei diesem Abenteuer geht jedoch von Touren abseits der bekannten Pfade aus. Quer durch die Wildnis, mitten in die freien Natur.

Der Trend als solches ist eigentlich kein neuer Trend. Bikepacker gibt es schon weit über hundert Jahren. Doch erst in den letzten Jahren hat sich diese Möglichkeit vor allem bei den Abenteuersuchenden auf der ganzen Welt in den Fokus geschoben.  Eine gewisse körperliche Fitness ist natürlich Voraussetzung, ein professioneller Radfahrer muss dafür aber keiner sein. Einige Punkte sollten vorab bedacht werden. Wichtige Ansätze haben wir dafür zusammengefasst. Es geht vor allem um Sicherheit, die richtige Ausrüstung und natürlich das richtige Rad.

Sind diese wesentlichen Voraussetzungen erfüllt, kommt es nun auf die eigene Lust und natürlich Zeit an. Dabei kann sich jeder die Frage, was ist Bikepacking, anders, individueller beantworten. Feste Regeln, Touren gibt es nicht, auch wenn im Netz unzählige Pläne für weltweite Abenteuer zu finden sind. Ob für einen Tag, eine Woche oder ein ganzes Jahr. Diese Art zu reisen ist besonders flexibel und lässt alle Möglichkeiten offen.

Das Abenteuer beim Bikepacking

Neue Kulturen, Länder entdecken, unwegsame Gelände durchqueren bis in die entlegensten Regionen der Welt zu fahren oder einfach nur das nächste Bundesland zu entdecken. Alles das ist Bikepacking. Viele Abenteurer bezeichnen diese Methode der Weltentdeckung gerne als rau, einzigartig und ursprünglich. Keine andere Reisemöglichkeit bietet so viel Freiheit und Natur in einem. Gleichzeitig kann Bikepacking auch zu einer ganz besonderen spirituellen Erfahrung werden. Gut für die eigene Fitness und Gesundheit ist es allemal. Neben der Abenteuerreise gibt es auch die nächste Stufe. Die Bikepacking Rennveranstaltungen, die überall auf der Welt zu finden sind. Dabei müssen täglich gewisse Entfernungen zurückgelegt werden.

Für Adrenalin-Junkies, Menschen, die Freiheit lieben und das alles mit diesem ganz besonderen Nervenkitzel kombinieren wollen, ist Bikepacking genau das richtige. Weck vom Bürgersteig, hinaus auf die Straße, hinein in das Gelände. Schlamm, Schmutz, steinige Wege, Sand, alles das macht dabei Glücklich. Ähnlich wie beim Backpacking muss diese Art von Reisen nicht einmal teuer sein. Generell empfehlen wir aber, eine hochwertige Ausrüstung zu nutzen. Diese hält Jahre und amortisiert sich bei jedem neuen Abenteuer.

Völlig Freiheit oder die Sicherheit von Herbergen

Wer die völlige Freiheit sucht, packt sein Zelt, seine Schlafmatratze ein und übernächtigt dort, wo er gerade landet. Ganz so extrem muss es aber nicht immer sein. Viele Abenteurer setzen bei ihren Touren auf günstige Motels, Hostels und andere Beherbergungsbetriebe, die sich in jedem Land finden lassen. Sie bieten vor allem in der Nacht in fremden Ländern eine gewisse Sicherheit.

Minimalismus – Die Ausrüstung

Minimalismus ist beim Bikepacking eines der wichtigsten Ziele. Ein Zelt, Werkzeug, Ersatzkleidung und dies und das, also nur das, was wirklich dringend benötigt wird, kommt ins Gepäck. Beim ersten Mal ist das eine ganz schöne Herausforderung. Eine leichte Ausrüstung ist wichtig. Sie ermöglicht, weitere Touren ohne Ermüdungserscheinungen zurückzulegen. Wer unterwegs in der freien Natur übernachten möchte, sollte so wenig wie möglich und so viel wie nötig mitnehmen.

  • Schlafsack
  • Zelt
  • Kleine Kochausrüstung
  • Wasseraufbereitungssystem
  • GPS
  • Tablet, Smartphone (Outdoor-Geräte)
  • Ersatzkleidung
  • Erste-Hilfe-Set
  • Werkzeug (auch Ersatzschlauch, Reparaturset), Multifunktionswerkzeug
  • Lebensmittel
  • Wasser
  • WC-Papier

Ganz wichtig ist dabei, leichte Artikel zu kaufen. Sie sollten klein und handlich sein. Nur bei den Lebensmitteln, sollten immer mehr als nötig vorhanden sein. Dabei ist darauf zu achten, dass diese Lebensmittel viel Energie und Nährstoffe liefern können. Die Nahrung sollte ein geringes Gewicht haben.

Beispiel:

  • Energieriegel
  • Studentenfutter
  • Milchpulver
  • Haferflocken
  • Erdnussbutter
  • Gefriergetrocknete Nahrung (wasserarm, kalorienreich)

Kombiniert mit einem leichten Gaskocher (z.B. Primus Micron Trail, nur 94 Gramm, 1 Liter Wasser kocht in drei Minuten) ist es die perfekte Ausstattung, um völlig unabhängig die Welt zu entdecken.

Ebenso wichtig ist Wasser. Bei längeren Touren ist ein leichtes Wasseraufbereitungssystem unbedingt erforderlich. Die Kleidung sollte aus robusten Materialien bestehen. Ganz wichtig sind natürlich die Schuhe, die unbedingt wasserdicht sein sollten.

Zur Kleidung gehören auch:

  • Fahrradshorts (gepolstert)
  • Fahrradhandschuhe
  • Freizeitschuhe
  • Warme Kleidung für die Nacht

Fürs Bikepacking richtig packen

Die obige Liste hört sich nach viel an. Entscheidend ist das richtige Packen. Dabei kommt es oft zu Fehlern, die am Ende das Bikepacking erschweren können. Entscheidend sind dabei die richtigen Taschen, die einfach an das Rad angebracht werden können, ohne den Fahrstil großartig zu beeinflussen. So eignen sich vor allem die Packsäcke, die direkt ans Fahrrad befestigt werden können. Also Taschen für die Gepäckträger, Satteltaschen, Rahmentaschen, Lenkertaschen und auch zum Beispiel Oberrohrtaschen.

Da die Taschengurte bei dieser extremen Beanspruchung schon einmal reißen können, empfehlen wir, Karabiner und Zusatzgurte dabei zuführen.

Stellen Sie einmal die gesamte Ausrüstung und alles das, was mitgenommen wird,  zusammen. Nun geht es ans Ausprobieren. Dabei werden die Taschen immer wieder anders gepackt. Solange, bis sich alles leicht verstauen lässt und es auf keiner Seite des Fahrrads zu einer Schlagseite kommt.

Bikepacking – Das Rad

Im Fokus steht natürlich nicht nur das Gepäck, sondern eben jenes Rad, das besondere Beanspruchungen überstehen soll. Beim Bikepacking gibt es kein spezielles Fahrrad. Zuallererst müssen Sie sich mit dem Modell wohlfühlen. Gleichzeitig sollte das Rad für das raue Gelände geeignet sein. Offroad-Mountainbikes sind dabei sicherlich die beste Wahl. Aber in vielen Fällen kann auch einfach das vorhandene Fahrrad genutzt werden. Häufig reicht es aus, ein Gepäckträgersystem für vorne und hinten nachzukaufen.

Sitz und Körperhaltung sind besonders wichtig. Immerhin verbringen Sie die meiste Zeit hoch auf dem Sattel. Viele bevorzugen vollgefederte Räder, um die Tour komfortabler zu gestalten.

Bikepacking - ein Abenteuer

Abschließende Tipps

Übertreiben Sie es beim Bikepacking nicht. Langsam fahren schont die Kräfte und gibt mehr Raum für Abenteuer. Genügend Lebensmittel und Wasservorräte sollten vorhanden sein. Geht das Bikepacking in ferne Länder informieren Sie sich vorab ausführlich was erlaubt und was verboten ist. Notfallrufnummern und wichtige Sätze in der Landessprache sollten dabei ganz altmodisch auf einem Zettel mitgeführt werden.

Bikepacking ist anspruchsvoll. Wir empfehlen die Tour mit immer mindestens einer weiteren Person. Karten und GPS sollten keinesfalls fehlen.

Wer als Anfänger oder Profi tolle Touren durch fast unentdecktes Terrain sucht, sollte einmal im Netz nach Bikepacking Touren suchen. Für jedes Land gibt es eine große Auswahl.

Kreditkarten und Ersatz Akkus

Gerade auf längeren Reisen empfehlen wir mindestens zwei Kreditkarten ohne Auslandsgebühren, die getrennt voneinander aufbewahrt werden sollten. Wird eine Karte beschädigt oder gestohlen, ist die andere noch verfügbar. Ein Ersatz Akku für das Smartphone sollte immer vorhanden sein.

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